06.09.11 | 21:15

Keine Patientenverfügung ohne Vorsorgevollmacht

Eine Patientenverfügung dokumentiert verbindlich, welche medizinischen Behandlungen ein Patient wünscht und welche er ablehnt. Sie gilt für den Fall, dass dieser nicht mehr selbst dazu in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen.  

Allerdings kann selbst die beste Patientenverfügung nicht auf jede mögliche Krankheitssituation eingehen, geschweige denn zukünftige Untersuchungs- und Heilmethoden berücksichtigen.  Hier setzt die Vorsorgevollmacht an, denn mit ihr kann eine Vertrauensperson die Vorgaben oder Wünsche des Betroffenen gegenüber den behandelnden Ärzten auch umsetzen bzw. gerichtlich einfordern.  

Nur den Wenigsten ist bekannt, dass mittels einer Vorsorgevollmacht die Bestellung eines gesetzlichen Betreuers durch das Betreuungsgericht verhindert werden kann. Betreuer werden kraft Gesetz bestellt, wenn ein Volljähriger seine eigenen Angelegenheiten nicht mehr ganz oder teilweise regeln kann. Nur derjenige also, der sich frühzeitig Gedanken macht und für den Fall der Fälle einen oder mehrere Vertrauenspersonen für sich bestimmt, kann einen ggf. fremden, gerichtlich bestellten Betreuer vermeiden.

Oder um es mit den Worten des Geschäftsführers der Landesnotarkammer Bayer Hans-Ulrich Sorge zu sagen: „Keine Patientenverfügung ohne Vorsorgevollmacht.“

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