23.04.11 | 16:25

Sterbehilfe auf Rezept?

Mit dieser Frage setzt sich derzeit der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg auseinander. Die Richter haben also die Entscheidung zu treffen, ob das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zukünftig Medikamente an schwerkranke Sterbewillige vergeben muss oder nicht. Dahinter verbirgt sich die rechtliche Problematik, ob die Richter in Straßburg eine grundsätzliche Lockerung des Betäubungsmittelgesetzes befürworten. Oder ob es auf Antrag Ausnahmen geben soll, womit Sterbewillige aktiv bei ihrem Vorhaben unterstützt würden.

Konkreter Anlass ist ein deutscher Fall von Sterbehilfe: Eine querschnittsgelähmte Frau hatte das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte um die Abgabe eines tödlichen Medikaments gebeten – jedoch ohne Erfolg. Denn nach Betäubungsmittelgesetz dürfen Medikamente in Deutschland nur zur Erhaltung, nicht zur Beendigung des Lebens verschrieben werden. So musste die schwerkranke Frau zur Beendigung ihrer Leiden auf die Unterstützung eines ausländischen Sterbehilfevereins zurückgreifen. Jetzt, fünf Jahre später hat der Witwer vor dem EGMR Klage eingereicht. Sein Ziel ist es, dass zukünftig auch in Deutschland unter gewissen Umständen ein Medikament in tödlichen Dosen legal zu bekommen ist.

Zu welcher Entscheidung sich die die Richter am Ende durchringen, bleibt abzuwarten.

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